Glaskunst im Ziegelböckdurchgang

Auch wenn viele kulturelle Einrichtungen noch geschlossen sind, im Ziegelböckdurchgang hat sich wieder eine neue Installation eingefunden, die jederzeit zu besichtigen ist.

Verena Schatz, geboren 1983 in Innsbruck, lebt und arbeitet in St. Konrad.
Besuchte bis 2003 die Glasfachschule Kramsach, wo sie in den klassischen Glasbearbeitungstechniken, sowie im Glasbau unterrichtet wurde. In den darauffolgenden Jahren war sie als Glastechnikerin beschäftigt bis sie sich im Jahr 2008 dazu entschied zum Werkstoff Glas als kreativem und expressivem Medium zurückzukehren.
Es folgten langjährige Studien- und Arbeitsaufenthalte in den USA, Schweden, Dänemark, Island und zuletzt Deutschland am Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz, welches sie 2015 mit dem Master of Fine Arts abgeschlossen hat. Bis zu ihrem Umzug nach St. Konrad 2017 war sie dort als Dozentin für Glasbearbeitungstechniken und Werkstattleiterin tätig.

“How Can You Be So Sure?“ zeigt fragmentierten Körper in unterschiedlichen Haltungen.
Im Mittelpunkt meines Interesses, steht das Betrachten des durch das Glas verzerrten Subjekts und die gedanklichen Prozesse, die durch Irritation des gewohnten Sehakts, im Betrachter angeregt werden. Das verzerrende Glaselement steht metaphorisch für die interpretative Ebene unserer visuellen Wahrnehmung. Genau diese lässt Raum für die individuellen und einzigartigen Modifikationen, die jeder Wahrnehmende an der Wirklichkeit vornimmt. Erinnerungen, Wissen, Gedanken überlagern und verbinden sich, manches wird dabei fast unlesbar. Es handelt sich um ein Selbstportrait. Der erzielte Effekt ist eine unmittelbare Beschreibung einer allgegenwärtigen Ungewissheit und den ungeklärten Fragen, die mit unserem Dasein einhergehen. Es lassen sich Parallelen zur Ambiguität von Glas ziehen, welches gleichzeitig Nähe und Distanz, Intimität und Verweigerung der Intimität, sowie Kommunikation und Nicht-Kommunikation verkörpert.

Bei dem Werk “Beziehungsweise“ werden zwei Materialien miteinander kombiniert, die sich gefühlsmäßig eigentlich gegenseitig abstoßen. Handelsübliche, industriell gefertigte Kanalgrundrohre treten in einen Dialog mit aufwendig hergestellten, mundgeblasenen Glaselementen.
Es handelt es sich um eine raumgreifende Skulptur, die die Schwelle zwischen Objekt und Installation besetzt. Jedes der einzelnen Elemente besteht aus einer variierenden Anzahl von unterschiedlich geformten Rohren. Das Resultat sind Objekte, die in Abhängigkeit der räumlichen Begebenheiten, unterschiedlich zueinander angeordnet werden können. Die Varianz der Skulptur ist bewusst gewählt. Durch die Möglichkeit, die Rohre stets zu einer neuen Installation zusammensetzen zu können, soll der Charakter des Fließenden und damit des Wandelbaren unterstützt werden.
Durch die fragmentarische Präsentation und die sichtbaren Öffnungen bleibt es dem Betrachter überlassen die einzelnen Elemente gedanklich miteinander zu verbinden. Die Funktion der Rohre, als auch was von ihnen transportiert wird, bleibt offen.
 

Verenas Arbeit basiert zum Teil auf der Faszination vom Material Glas und ist sehr prozessorientiert. Der Ausgangspunkt hat experimentellen und intuitiven Charakter.
Sie beschäftigt sich mit der menschlichen Wahrnehmung und entwickelt darauf basierende Objekte und Installationen. In zwei- und dreidimensionalen Arbeiten aus Glas erforscht sie die Durchlässigkeit und Illusion von Bildern, derer ein Individuum sich vermeintlich sicher scheint.
Ihre Arbeiten beziehen sich auf den menschlichen Körper im weitesten Sinne, dazu gehört die visuelle Wahrnehmung, die durch unseren Körper geht, auch deren Verzerrung, im Optischen, im Undeutlichen, auch der Raum, der uns umgibt, psychische Wahrnehmungen wie Anspannung und andere Empfindungen.
Die herausragende Eigenschaft des Materials Glas ist gekennzeichnet durch seine Ambivalenz: Es ist zugleich materiell wie unsichtbar und eignet sich damit hervorragend, das nicht Fassbare zu portraitieren. Das, was unbestreitbar da und Teil unseres Daseins, auf der rationalen Ebene jedoch weder greifbar noch erklärbar ist, bekommt Form. Der Werkstoff Glas dient unter anderem als Mittel dafür, den Betrachter für seine Umgebung zu sensibilisieren und Ihn auf die Relativität unserer Wahrnehmung aufmerksam zu machen.

www.verenaschatz.com
im Ziegelböckdurchgang zu sehen bis Ende August

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