"Süßer die Glocken nie klingen..."

Vorchdorfer Glockengeschichte "Einst und jetzt" - und besonders jetzt vor Weihnachten. 

Die Geschichte aller Vorchdorfer Glocken hat Konsulent Rudolf Hüttner im vergangenen Jahr aufgearbeitet und in einem Vortrag für das kath. Bildungswerk präsentiert. Passend zur Vorweihnachtszeit erschienen nun die Recherchen in der Broschüre "Vorchdorfs Glocken - Einst und jetzt" mit rund 90 Seiten. Darin findet man zusätzlich Interessantes zur Entwicklung der Glocken, zum Guss, zu den Glockengießern und zur kirchlichen und weltlichen Verwendung, außerdem kleine Details wie die alte Turmuhr und einen Turmvergleich.  Der VORchdorfer Tipp hat sich mit Hüttner auf den Glockenturm der Pfarrkirche gewagt und gibt in dieser Ausgabe einen kleinen Auszug aus seinem Werk. "Süßer die Glocken nie klingen..." lautet ein Weihnachtslied. Gerade jetzt, wo Weihnachten vor der Türe steht und uns des zweiten Lockdowns begleitet, laden wir ein, die vertrauten Klänge unserer Glocken bewusster zu verinnerlichen: Ob beim Abendspaziergang oder einfach nur zufällig beim Einkaufsweg im Ort.  

Wir alle kennen es und nehmen es als selbstverständlich hin: das Glockengeläut der Pfarrkirche Vorchdorf. Doch so selbstverständlich waren die gewohnten Glockentöne nicht immer. 

Mithilfe von historischen Aufzeichnungen – meist Kirchenrechnungen – machte sich Rudolf Hüttner auf die Spurensuche und hat es gewagt, die Ereignisse zu rekonstruieren. Wer sich in das Werk von Hüttner einliest, stellt fest, dass die Geschehnisse rund um die Glocken sehr dynamisch sind. Schon 1570 waren drei Glocken vorhanden. 1688 wurde eine neue große Glocke mit 600 kg gegossen. Heute hängt diese in der Filialkirche Einsiedling. Nach mehreren „Umzügen“ ist sie somit die älteste Glocke in Vorchdorf. 

Barockisierung brachte mehr Platz

Mit der Barockisierung im 18. Jahrhundert erhielt die Pfarrkirche die uns heute bekannte Gestalt. Der Turm wurde verstärkt und um ein Geschoß erhöht. Dieser Zubau ist gut an den verschiedenen Baumaterialien im Inneren des Kirchturms erkennbar. Das alte Mauerwerk besteht aus grob behauenen Steinen, darüber wurden Ziegel vermauert. Bemerkung am Rande: Das alte Uhrwerk von 1602 ist heute noch im Zwischenstock erhalten geblieben und quasi im Turm versteckt. 

Mit der Aufstockung war die Basis für die Aufrüstung von drei auf fünf Glocken geschaffen. Doch es dauerte noch bis 1832, bis das Geläut wie geplant vervollständigt wurde.  

Höhen und Tiefen in den Kriegsjahren

Eine der sechs Glocken war die vorhin erwähnte Glocke aus dem Jahr 1688. Auf Grund ihres Alters wurde sie nicht für den Kriegseinsatz eingeschmolzen und blieb in Vorchdorf im Einsatz. Die anderen fünf Glocken wurden 1916/17 abgenommen und eingeschmolzen. Sieben Jahre später gründeten Pfarrer P. Hermann Haasbauer, Kaplan P. Pirmin Jäger und LAbg. und Gastwirt Josef Hörtenhuber ein Glocken-Komitee. Innerhalb kürzester Zeit wurde das Geld für neue Glocken aufgebracht. Am 25. Oktober 1923 war es soweit und fünf neue Glocken wurden mit einem großen Fest eingeweiht. Der Kirchturm erstrahlte zu diesem Anlass in „feenhafter elektrischer Beleuchtung“, wie die Welser Zeitung im November vor 98 Jahren berichtet. Auch die Filialkirche Einsiedling bekam damals zwei der neuen Glocken. 

Nach nur 18 Jahren musste das Geläut erneut kriegsbedingt demontiert werden, nur das kleine Zügenglöckchen der Pfarrkirche blieb am Turm. Alle anderen wurden eingeschmolzen, bis auf die „Alte“ aus dem Jahr 1688. Ihre Reise führte ins Nazi-Deutschland, von wo sie 1947 unbeschadet aus Hamburg wieder zurück kam. Zu Ostern 1947 in Vorchdorf wieder hochgezogen, durfte die Glocke 1949 endgültig nach Einsiedling umziehen, wo sie bis heute im Einsatz ist. Im Vorchdorfer Glockenturm wurden fünf neue Glocken installiert, die wiederum dank der großen Opferbereitschaft der Bevölkerung finanziert wurden. Seitdem ertönen sie im stets beständigen Dur-Motiv mit verdoppeltem Grundton auf die Anfangstöne des „Salve regina“ gestimmt und begleiten uns täglich und besonders bei kirchlichen Festen wie Weihnachten.

Text/Fotos: vorchdorfmedia  

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